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Hat Modellbahn noch Zukunft?

Teil 2: Vorbilder aus der Jetztzeit

Von Andreas Weise <dj-nameless@t-online.de> mit eingestreuten Kommentaren von Erik Meltzer <ermel@modellbahnfrokler.de>

Vorwort

Andreas hat im Gästebuch diese sehr ausführliche Antwort auf mein Geschreibsel hinterlassen, nachdem selbige als E-Mail offenbar in den Untiefen meines Spam-Filters verschollen ist. Ich finde sie aber zu schade, um dort zu versauern, und hieve sie deswegen als Artikel ins Netz. Denn, es sei zugegeben, die Sorgen und Nöte des Epoche-5-Bahners habe ich bei meiner Einschätzung der modellbahnerischen Zukunft komplett außer Acht gelassen; ich bitte für meine Kurzsichtigkeit um Verzeihung und tue mit dieser Veröffentlichung hier Buße. :-)

Daß ich dabei meine Finger aber auch nicht ganz stillhalten kann und hier und da ein bißchen kommentieren muß, wird niemanden, der mich kennt, überraschen. Im Folgenden ist alles in normaler Schrift von Andreas und alles in kursiver Schrift, wie dieser Absatz, von mir.

Doch genug der Vorrede. Andreas hat das Wort!
Liebe Grüße, Ermel.

Hi!

Ich habe eben deinen Artikel "Hat Modellbahn noch Zukunft?" im Internet gelesen.

Ich sehe die Probleme der Branche auch: Steigende Preise, sinkende Verkaufszahlen, Firmenpleiten, usw. ... Ich weiß nicht, wie alt du bist, aber ich bin vor zwei Wochen erst 28 geworden und daher einer der eher Jungen, die sich für das Modellbahn-Hobby begeistern. Ich vermute mal, dass du um einiges älter bist als ich; anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich da so einiges anders sehe als du.

Ich bin gerade so eben noch 40. Aber ich begeistere mich nicht für die Eisenbahn meiner Jugend, eher für die Vorbilder der Modellbahn meiner Jugend: eher so 50er, 60er Jahre.

Jedenfalls bin ich in keinster Weise ein Romantiker, sondern interessiere mich bei der Modellbahn überwiegend für die aktuelle. Abgesehen von einem historischen Museumszug (Fleischmann 03 mit den damals typischen Schnellzugwagen) besitze ich praktisch nur Fahrzeuge der 90er Jahre bis heute. Schwerpunkte meiner Anlage bilden vor allem Hochgeschwindigkeitszüge, moderne internationale Fernschnellzüge, Trieb- und Wendezüge, Doppelstockwagen, Containerwagen, und alles was sonst so im modernen Bahnverkehr unterwegs ist.

Du schreibst etwa: "es auf den wenigen verbleibenden Bahnfahrten außer Ganzzügen und zugekrauteten Schotterwüsten nichts zu sehen gibt, entsteht nun mal weniger Eisenbahn-Faszination." — Ich weiß nicht, was an Ganzzügen schlecht sein soll. Mir gefallen sie, und ich habe, da es beim Vorbild immer mehr Ganzzüge gibt, in den letzten Jahren selber etliche Ganzzüge zusammengestellt, so z. B. ein Kesselwagenzug mit modernen Vierachsern (darunter auch viele Knickkesselwagen), einen Kohle-Ganzzug, Container- und Kombiverkehrs-Ganzzüge mit vielen bunten Behältern, und ich finde diese Züge äußerst interessant. Gemischte Güterzüge habe ich aber natürlich auch viele. Allerdings werden die beim Vorbild heute ja nur noch in Großrangierbahnhöfen à la Maschen zusammengestellt, was auf einer Privatanlage (und ich habe schon 30 m2 zur Verfügung) natürlich nicht möglich ist. So habe ich Rangiermöglichkeiten gar nicht erst ins Anlagenkonzept übernommen; rangiert wird bei mir nicht. Und zum Thema "zugekrautete Schotterwüsten": Sicher gibt es die, aber es gibt ja nach wie vor die großen vielbefahrenen Transitstrecken, wo es sowas nicht gibt. Im Kölner Hauptbahnhof, im Mittelrheintal oder an der Inntalbahn ist von Schotterwüsten keine Spur.

Du sprichst genau die Gründe an, warum mir die Jetztzeit als Vorbild nichts gibt: Es gibt immer mehr Ganzzüge, es wird unterwegs kaum noch rangiert, und die Güterverkehrsanlagen, an denen sich noch was tut, passen auch mit viel gutem Willen nicht auf die Modellbahnanlage (und auch nicht so recht aufs Fremodul). Da für mich aber der Güterverkehr mit Sinn eins der Hauptmerkmale erfüllenden Modellbahnspiels ist, fällt die Jetztzeit für mich damit quasi flach. Wobei ich gegen Ganzzüge an sich nichts habe, ich habe selber drei Stück im Arbeitsvorrat: einen Autotransport-Zug, einen Militärzug und einen Ganzzug aus Selbstentladewagen mit Kohle-Beladung. Aber beim Fremo sind die eben betrieblich eher überflüssig, "nur" schön fürs Auge, und dem Fahrplan-Macher eher eine Last.

Deine Meinung "Die installierte Basis, sprich: die bereits im Umlauf befindlichen Modellbahnartikel, werden bei sinkenden Benutzerzahlen noch eine mittlere Ewigkeit reichen, bevor sie wegen technischer Defekte oder steigender Ansprüche das Zeitliche segnen. Bei der Neuware wird es irgendwann den Punkt geben, an dem die Menge der verkauften Sachen bei steigendem Preis mit der dadurch sinkenden Wirtschaftlichkeitsgrenze zusammenfällt. Sprich: die Kleinserien-Hersteller werden überbleiben und den geschrumpften Markt bedienen, vielleicht sogar ein paar Formen von den Großen übernehmen und damit ab und zu mal ein gesuchtes Modell neu auflegen." — kann ich nicht teilen. Da ich mich, wie bereits erwähnt - praktisch nur für die moderne Bahn der Epoche 5/6 interessiere, kann ich mit den meisten "im Umlauf befindlichen" Modellen wenig anfangen, weil das dann meist Modelle nach historischen Vorbildern sind. Außerdem ist bereits jetzt ja zu erkennen, dass die ach so hochgelobten Kleinserien-Hersteller praktisch ausschließlich historische Modelle anbieten. Marken wie Weinert, Fulgurex oder Micro-Metakit haben jedenfalls keine typischen Epoche 5/6 Modelle im Angebot. Andere neue kleine Anbieter wie LS-Models, Acme oder Railtop haben zwar auch moderne Typen, ergänzen aber eher bereits vorhandene Sammlungen durch ausgefallenere Exoten. Die wirklich gängigen Standardbaureihen sind hingegen weiterhin nur bei Märklin, Roco, Piko, Mehano usw. zu finden.

Genau dieselbe Meinung habe ich hierzu: "Wäre das sooo schlimm? Für mich z.B. eher nicht, ich kauf jetzt schon mehr Gebraucht- als Neuware und bräuchte eigentlich nichts mehr außer Gleis- und Landschaftsbaumaterial, um bis an mein Daseinsende mit Modellbahnprojekten eingedeckt zu bleiben. Klar kauf ich auch andere Sachen, der Reiz des Neuen ist auch mir nicht unbekannt – aber "neu" bedeutet für mich nicht "Neuware", das können auch 40 Jahre alte Piko-Wagen sein." --- Wer modellbahnmäßig in der Epoche 3 stehen geblieben ist, mag diese Meinung haben. Vor einigen Jahren waren ja noch viele von den klassischen zweiachsigen G- und E-Wagen auf Europas Bahngleisen unterwegs, die auch seit Jahrzehnten praktisch unverändert im Einsatz waren. Da konnte man noch gelegentlich auch auf ein altes Modell zurückgreifen, was ich dann auch gemacht habe. Das Anbringen eines DB-AG-Logos ist ja kein Problem. Dann kam ja um die Jahrtausendwende MORA-C, das zur weitgehenden Ausmusterung dieser Wagen geführt hat. Das finde ich aber gar nicht schlimm, denn seitdem sind wieder viele neue Wagentypen entstanden, die es damals noch gar nicht gab. Wer hätte z. B. vor zehn Jahren gedacht, dass Autotransporter mal so aussehen können? Von dieser Wagenbauart besitze ich ein sehr schönes Fleischmann-Modell.

Über Geschmack kann man ja nun mal bekanntlich nicht streiten; für mich sieht das aus wie ein Tiefladekühlwagen auf Drogen. ;-)

Ich weiß auch nicht, was an so einem Wagen langweilig sein soll.

Bunte Kesselwagen gab es in allen Epochen. Zugegeben: heute mehr als früher.

Oder sowas?

Sowas (Schiebewandwagen "Wir fahren für VW und Audi") find ich allerdings geil. Schon wegen der Patina. Und ja, sowas könnte dereinst auch von mir kommen; in den Fingern kribbelt es jedenfalls durchaus.

Oder sowas?

Bei Snps-Wagen mit Holzbeladung vermag ich den grundsätzlichen qualitativen Unterschied zu einem R-Wagen nicht zu erkennen, mit einer Ausnahme: R-Wagen gab es ein gutes Dutzend verschiedene bei der DB, Snps sehen für mich alle gleich aus.

Oder was ist mit Tankcontainern?

Finde ich genauso langweilig wie andere Container. Aber wie gesagt: Geschmack ist Geschmackssache. Um die Fahrzeuge geht's mir auch gar nicht so in erster Linie bei meiner Ablehnung der Jetztzeit als Vorbild; Betrieb wie in den 50ern mit den Fahrzeugen von heute würde mir auch Spaß machen (wenn auch wohl deutlich weniger als mit den Fahrzeugen der 50er), nur wäre er halt frei erfunden.

Das sind alles neue Wagen-Entwicklungen der letzten Jahre, und solche möchte ich auf meiner Anlage haben. Und da ist es in der Regel nicht möglich, sich auf dem Second-Hand-Markt zu bedienen.

Dann deine Aussage "für mich wäre der Zusammenbruch einiger oder auch aller Großserienhersteller keine große Katastrophe. Was die im Programm haben, bekomme ich auch gebraucht, und was sie in Zukunft im Programm haben werden (bzw. dann gehabt hätten), hätte ich dann ja nicht gekannt. :-)" --- Was die Großserienhersteller in Zukunft im Programm gehabt hätten, hätte ich sehr wohl gekannt: nämlich das, was in Zukunft bei der großen Bahn rollen wird! Aktuell ist bei Siemens etwa die neue Elektrolok "Vectron" in der Entwicklung, und mehrere europäische Bahngesellschaften (u. a. Railpool) haben bereits Interesse an dieser Lok. So ist zu erwarten, dass sie sich beim Vorbild weit verbreiten wird, und da mir diese Lok auch gut gefällt, könnte ich mir durchaus vorstellen, mir ein Modell zu kaufen, so es denn eins zum bezahlbaren Preis geben wird.

Du schreibst auch: "Mir ist klar, daß das alles so nicht für jeden von uns gilt. Aber ganz ketzerisch formuliert, muß ja irgendwo auch die Masse der Aussteiger herkommen, die den wenigen Verbleibenden den dann riesigen Gebrauchtmarkt mit entsprechenden Preisen bescheren wird. Und wenn der Zusammenbruch, was ja durchaus möglich ist, nicht stattfindet? Dann freu ich mich auch weiter über wunderschöne Neuheiten der geschätzten Industrie. Schlaflose Nächte bereitet mir jedenfalls keins der beiden Szenarien."

Der "riesige Gebrauchtmarkt" nützt mir aber wie gesagt nur in Ausnahmefällen, da ich fast nur an Modellen nach top-aktuellen Vorbildern interessiert bin. Und daher bereitet mir schon das Szenario, dass die Großindustrie kaputt geht, schlaflose Nächte.

Du sagst zwar noch: "Ein Sammler oder "Schachtelbahner", der an den Dingern nicht frokeln mag, wird das Ende der Industrie vielleicht als Ende des Hobbies begreifen. Aber ich seh das für mich nicht – und ich denke, von der Sorte gibt's noch mehr da draußen." --- Ich bin schon bereit, an meinen Modellen zu frokeln, und mache das ja auch, aber eben auf Basis modernster Modelle. So belade ich den Großteil meiner Güterwagen selber, allerdings will ich eben dann keinen Epoche 3 Om, sondern eine aktuelle Bauart, wie sie bei Railion oder DB-Schenker im Einsatz ist. Und wenn es zumindest die zukünftig aktuellen Grundtypen, die man als Frokelgrundlage nehmen könnte, nicht mehr gäbe, dann hilft mir auch kein "riesiger Gebrauchtmarkt", wo es dann nur die alten Modelle gibt.

Wie du auf Modellbahnfrokler.de erklärst, ist der komplette Selbstbau von Fahrzeugen zwar prinzipiell möglich, aber eben doch extrem aufwändig. Wenn man nur eine überschaubare Menge Fahrzeuge braucht (wie bei einer historischen Nebenstrecke), ist ein kompletter Selbstbau der Fahrzeuge vielleicht noch möglich. Der Eigenbau etwa einer ICE-, Eurostar- oder CityNíghtLine-Garnitur hingegen dürfte wohl den Zeitrahmen JEDES Modellbahners sprengen. In meiner Sammlung befinden sich schon eine große Vielfalt an Fahrzeugen, aber eben so Sachen wie ICE 1, ICE 3, Thalys, TGV Duplex, AVE, 101, Taurus, 185 (Traxx), 189, Hercules, Eurosprinter usw.

Vor ein paar Jahren war ich auch mal im Eisenbahn-Kurier-Forum aktiv (seit ein paar Wochen abgeschaltet), und da habe ich mal Fotos von meiner Anlage gezeigt - und wurde durch die Bank kritisiert, weil ich sehr viele Kompromisse gemacht habe. Meine Anlage wurde da als "Spielbahn" abgestempelt. Ich muss zugeben, dass meine Anlage sich tatsächlich zu einer solchen entwickelt hat - aber das lag einfach daran, dass es für mein Thema/Epoche im Grunde nur "verstümmelte" Modelle als Grundlage gibt. So wurde z. B. kritisiert, dass ich bei Reisezugwagen auf verkürzte (1:100, 1:93...) Ausführungen zurückgegriffen habe. Sicher sind exakt maßstäbliche Wagen schöner. Aber die für mich wichtigsten Züge gibt es bis heute nicht maßstäblich! Es gibt keinen maßstäblichen ICE 1, ICE 2 oder ICE 3 - die sind alle verkürzt. Die Alstom-Hochgeschwindigkeitszüge (Thalys, TGV, TGV Duplex, AVE, Euromed usw.) gibt/gab es in den letzten Jahren quasi nur von Mehano. Absolut unmaßstäblich, Wagenabstände zu groß, Plastik-Stromabnehmer, korrekte Typen nirgendwo erhältlich. Die meisten Privatbahn- und Werbevarianten von 101, 185, 189, Taurus usw. gibt es bis heute nur in den einfachen Hobby-Sortimenten, und selbst die teureren Roco-Ausführungen lassen sich nicht aufs Weinert-Level supern. So habe ich mich entschieden, "zwangsläufig" zum "Spielbahner" zu werden, weil die Modellbahn nach wie vor mein absolutes Hobby ist, aber die meisten Modelle aktueller Vorbilder durchweg nicht mal als Frokelgrundlage taugen, um daraus Supermodelle zu basteln.

Du versorgst mich hier wohl unabsichtlich mit jeder Menge von Argumenten gegen die Darstellung der Jetztzeit im Modell, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Dafür vielen Dank. :-P

Beim landschaftlichen "Drumherum" ist es sicherlich mit den heutigen Mitteln möglich, auch für modernen Hochgeschwindigkeitsverkehr ein typisches Umfeld in perfekter Detaillierung zu basteln. Silflor/Silhouette-Bäume und Büsche kann ich auch an einer Schnellfahrstrecke pflanzen. Nur - was bringt das, wenn dann der mit 300 km/h vorbeipreschende ICE nur als 1:100-Playtime/Hobby-Modell zu haben ist?

So schnell, wie der bei vorbildgerechter Geschwindigkeit wieder weg ist, merkt das kein Mensch. :-)

Dann gibt's ja noch physikalische Einschränkungen: Wie soll der Pantograph bei dem Tempo zuverlässig an der Oberleitung bleiben und sich nicht verkanten? Konsequenz: Bügel runter, geht halt nicht anders. Aber was rechtfertigt dann noch die Silhouette-Bäume? Wenn ich eh schon vorbildwidrig abgebügelt fahren muss, kann ich auch Einfach-Bäume à 1 Euro kaufen, etwas Heki-Flor drüber, und fertig. Passt dann optisch eh besser zum abgebügelten TGV. Ich würde ja gerne das Thema Hochgeschwindigkeitsverkehr auf HP1-Niveau (und dementsprechend ohne Großserien-Industrie-Abhängigkeit) umsetzen, aber da es hierzu offensichtlich noch nicht mal das Grundmaterial, das als Bastelgrundlage dienen könnte, und ich mich für andere Themen nicht wirklich begeistern kann, habe ich mich halt für eine "Spielbahn" entschieden, obwohl ich mein Thema lieber exakt vorbildgerecht umgesetzt hätte.

Da bleibt dem Jetztzeitmodellbahner dann, ganz ketzerisch zu Ende gedacht, nur noch eine Möglichkeit: Man baut ein Modell einer stillgelegten Bahnstrecke. Da kann man sich dann in der Detaillierung austoben, vielleicht einen ausgemusterten Güterwagen (in H0pur-Qualität) in die Ecke stellen, ohne Rücksicht auf die lästigen Erfordernisse des Modellbetriebes. Und Vorbilder gibt's da ja auch mehr als genug.

Falls du mal Bilder meiner Anlage sehen möchtest: Ich habe eine Bildergalerie im Internet zum Download (ca. 62,7 MB, hier). Ich habe zwar auch Themen wie eine Zahnradbahn und eine Schmalspurbahn integriert, aber nur, weil sie sich in mein "zwangsläufiges Spielbahnkonzept" gut reinpassten. Mehr Spaß hätte es mir allerdings gemacht, mein "zentrales Thema" Hochgeschwindigkeitszüge, ergänzt durch internationale Fernzüge (IR/IC/EC), Trieb- und Wendezüge, Ganzzüge, Kombiverkehrszüge usw. kompromisslos auf Weinert/Lemaco/Fulgurex/HP1-Niveau umzusetzen, aber wenn es schon an den Ausgangsmaterialien scheitert ...

Vielleicht ist diese E-Mail ja mal ein Denkanstoß für dich, deinen Artikel mal nicht nur mit der "rosaroten Epoche 1-bis-3-Brille" zu betrachten, sondern auch mal Lösungsansätze für jene Modellbahner zu finden, die zwar schon Interesse am Frokeln haben, aber eben aufgrund des primären Interesses an topmodernen Fahrzeugen mit dem zwar großen, aber alten Gebrauchtmarkt kaum was anfangen können. Weiterhin hat sich ja bislang gezeigt, dass die Kleinserienhersteller überwiegend "exotische Lücken" schließen und man für die aktuellen "Brot & Butter" Fahrzeuge immer noch praktisch ausschließlich auf die Großserien-Anbieter angewiesen ist - auch wenn das dann nur "Spielbahnmodelle" sind, die nicht auf HP1-Niveau getrimmt werden können. So gesehen mache ich mir schon größere Sorgen um die Zukunft des Modellbahn-Hobbys als du...

Andreas Weise

Okay okay, aus der Sicht eines Jetztzeit-Modellbahners sieht es nicht so toll aus, da gebe ich Dir Recht. Aber von mir jetzt Lösungsansätze zu erwarten, finde ich nun auch wieder etwas hochgegriffen ... denn warum sollte ich mir darum einen Kopp machen? Ist doch, hart gesagt, nicht mein Problem. Und ganz ehrlich: wenn ich mich mit solchen Problemen konfrontiert sähe, dann würde ich eher einen Epochenwechsel in Erwägung ziehen als die Vielzahl der Kompromisse Richtung Spielbahn, wie Du sie "zwangsläufig" eingehen "mußtest". Denn es ist ein Hobby: müssen muß man gar nix, wenn man nicht wollen will.

Bitte: ich will Dir Deine Epoche-5-Spielbahn nicht madig machen. Jeder wie er mag, wenn Du Spaß dran hast, gerne! Aber für mich wär das nix.

Abschließend sei noch betont, daß diese Seiten nach wie vor ein Mitmachprojekt sind und auch neuen Autoren offenstehen. Wenn Du — oder auch sonst ein Leser — Dich/sich berufen fühl(s)t, gefundene Lösungsansätze für das von Dir beschriebene Dilemma in Artikelform zu bringen und hier zu veröffentlichen, dann hätte ich da nicht nur nix gegen, ich würde mich sogar sehr darüber freuen. Mehr Unterstützung allerdings kann ich mangels Ahnung und auch Interesse nicht bieten.

Ermel


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Zuletzt bearbeitet am 1. Februar 2011